Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung

nach Inkrafttreten des neuen Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes.

  • Katastrophen nach Art. 6 BayKSG
  • Großschadensereignissen nach Art. 15 BayKSG
  • Die Leitung der UG ÖEL besteht aus 3 Personen.
  • Sie sind für die Ausbildung der Mannschaft, den Fuhrpark und für die Beschaffung und den Unterhalt der Ausrüstung zuständig.

Die UG ÖEL besteht aus dem Leiter UG ÖEL plus 4 Personen (Dreifachbesetzung)

  • Organisation und Aufbau der Örtlichen Einsatzleitung
  • Einrichten und Kennzeichnen des Standortes der Örtlichen Einsatzleitung
  • Informationen der Führungsgruppe Katastrophenschutz über den Standort und die Kommunikationsverbindungen herstellen; Aufrechterhalten und Betreiben der Kommunikationsverbindungen über Fax, Telefon und Funk zur Katastrophenschutzbehörde und den eingesetzten Kräften
  • Unterstützung des Örtlichen Einsatzleiters bei der Erkundung der Lage
  • Unterstützung des Örtlichen Einsatzleiters bei der Einsatzplanung
  • Unterstützung des Örtlichen Einsatzleiters bei der Koordinierung und Überwachung aller im Katastrophengebiet eingesetzten Kräfte
  • Führen der Lagekarte
  • Führen des Einsatzbuches
  • Führen von Übersichten (z.B. Einsatzkräfteübersicht, Fahrzeugstatus usw.)

Ausstattung

Einsatzleitwagen 2 mit

  • Funktisch ( 2x 4 Meter- und 2x 2 Meter Funk, 2 MRT Digitalfunkgeräte, 6 HRT Digitalfunkgeräte, integrierter Alarmgeber sowie Sprachaufzeichnung )
  • Schnelleinsatzzelt
  • Mobile Funktelefone

       KOMKO – 2

  • bestehend aus Notebook
  • Mobildrucker
  • ISDN-DECT-Telefonanalge
  • ISDN/GSM Router
  • Schnurlose Telefone
  • Multifunktionsgerät ( Fax-Scanner-Drucker )

Mehrzweckfahrzeug
dient zum Transport des Personals und zusätzlicher Ausrüstung

Es hat weitere

  • Funkgeräte
  • Schnelleinsatzzelt
  • Flipcharts

Neues Fahrzeug

  • Der Landkreis beschafft derzeit einen neuen Einsatzleitwagen (ELW).
  • Unser bisheriger ELW aus dem Jahre 2000 entspricht aufgrund der geänderten Anforderungen und der Techniken nicht mehr dem Stand der Zeit.
  • Es wird ein Iveco Allrad Fahrgestell mit 7,5 t und einem Kofferaufbau der Firma Compoint GmbH & Co. KG aus Forchheim.

Einsatzleitwagen 2

Einsätze der UG ÖEL

Nachstehend werden größere Einsätze aufgezeigt, die seit Indienststellung geleistet wurden.

Hochwasser 1999 Eschenlohe

Starker Dauerregen mit Niederschlagsmengen von bis zu 132l/qm führten zum „Jahrjunderthochwasser“ in Eschenlohe.

Am Samstag, den 22. Mai war Eschenlohe zeitweise von der Aussenwelt abgeschnitten.

Nachdem der Damm der Loisach gebrochen war, wurden 25 Personen aus der Garmischer Strasse evakuiert.

Zahlreiche Vermisstensuchen wurden durchgeführt.

Insgesamt wurden 63 Personen in Sicherheit gebracht.

Im Einsatz waren:
Alle Feuerwehren des nördlichen Landkreises, BRK, Bergwacht, Wasserwacht, Polizei, Bundeswehr, THW sowie zahlreiche Privatpersonen.

Zugunglück Zugspitzbahn 2002

Im Katzensteintunnel auf der Strecke Garmisch – Grainau waren am Samstag den 10.06.2002 zwei Triebwagen der Bayerischen Zugspitzbahn frontal zusammengestossen.

Bei dem Unfall wurden 64 Menschen verletzt, 29 von ihnen wurden in Krankenhäuser eingeliefert, sieben davon waren lebensgefährlich verletzt.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Die Wagen hatten sich ineinander verkeilt und die Verletzten mußten über einen steilen, 10 Meter hohen Abhang transportiert werden.

Zudem behinderten Schaulustige die Arbeiten und mussten von der Unfallstelle weggeschickt werden.

Hochwasser 2002 Eschenlohe

Nach zweitägigem Dauerregen stieg der Pegel der Loisach von normalen 120 Zentimeter auf 3, 10 Meter an. Die Abflussmenge stieg von 25 auf 190 Kubikmeter pro Sekunde.

Um verheerende Folgen wie beim Hochwasser 1999 zu vermeiden, wurde um 10:00 Uhr vom Landratsamt Garmisch Partenkirchen der Katastrophenalarm ausgelöst.

Die Dammkrone der Loisach wurde auf beiden Seiten mit Spundwänden und Sandsäcken erhöht. Mit Kiesaufschüttungen sowie abermals Sandsäcken wurde die Festigkeit des Dammes gesichert. Es wurden ca. 40000 Sandsäcke verbaut.

Durch den Einsatz von 20 Feuerwehren, THW, BRK, Bundeswehr, Polizei sowie zahlreichen Privatpersonen konnte eine erneute Überflutung Eschenlohes vermieden werden.

Hochwasser 2005 Eschenlohe

Wie bereits im Jahre 1999 bedrohte die Loisach den Ort Eschenlohe. Diesmal konnte man bereits am 1. Tag davon ausgehen, dass die Loisach den Pegel von 1999 überschreiten wird. Es wurde daraufhin sehr großzügig alarmiert, Vorbereitungen zur Evakuierung getroffen sowie die Erfahrungen der Jahre zuvor nochmals genau betrachtet.

Am nächsten Tag trafen Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen aus ganz Oberbayern ein.

Ein Brand in einem Landwirtschaftlichen Anwesen, dass von den Wassermassen eingeschlossen war, sorgte für einen kuriosen Einsatz von einzelnen Wehrmännern, den sie nie vergessen werden. Sie wurden unter schwerem Atemschutz von einem Bundeswehrhubschrauber an dem Gebäude abgesetzt. Der Brand konnte rasch gelöscht werden.

Nachdem die Überflutung nicht vermeidbar war, wurde zum Schutz einiger Ortsteile ein eigenes Flussbett mittels Sandsäcken quer durch Eschenlohe gebaut.

Nach mehreren Tagen konnte der K-Alarm wieder aufgehoben werden.

Die Gemeinde Eschenlohe hat inzwischen in Zusammenarbeit mit anderen Behörden einen ausgiebigen Hochwasserschutz eingeleitet.

Hochwasser 2013 Passau

In Passau kam es mit einem Rekordpegel von 12,89 m am Abend des 3. Juni zur schwersten Überschwemmung seit 1501.

Am Mittwoch, den 5. Juni 2013 erreichte den Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein Hilfeersuchen der Regierung von Oberbayern,
mit einem Hochwasser-Hilfskontingent die Kräfte im hochwassergebeutelten Passau zu unterstützen.

Am Donnerstagabend trafen sich 107 Einsatzkräfte in Eschenlohe.
In einem Konvoi mit 23 Fahrzeugen ging es über die Landeshauptstadt ins Katastrophengebiet.

Ab Freitag koordinierte die UG ÖEL Garmisch-Partenkirchen alle Kräfte im Einsatzanschnitt „Passau-Altstadt„.
Dies waren die örtlichen Feuerwehren, THW, Bundeswehr, freiwillige Helfer und unser Kontingent.

Die regionalen Feuerwehren mobilisierten in Deutschland ca. 75.000 Einsatzkräfte,
die auch aus nicht oder nur minder betroffenen Bundesländern gestellt wurden.

Damit war das Hochwasserereignis 2013 der größte Feuerwehreinsatz seit dem Bestehen der Bundesrepublik Deutschland.

Weitere Info und Bilder siehe Einsatzbericht  6. Juni 2013.